Schiedsspruch zugunsten der GKV-Vorgaben

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Fran Za
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Schiedsspruch zugunsten der GKV-Vorgaben

Beitragvon Fran Za » Sa 26. Sep 2015, 12:08

Schiedsstelle entscheidet zugunsten der Krankenkassen und zuungunsten von Frauenrechten!

Wir sind geschockt!
Die Schiedsstelle befindet es für richtig und wichtig, dass bei einer Terminüberschreitung von 3 Tagen ein Arzt über das weitere Vorgehen bei Wunsch einer Hausgeburt entscheidet. Somit soll die schwangere Frau entmündigt und das Berufsrecht der Hebammen ausgehebelt werden.
Damit dürfte wohl der Untergang der außerklinischen Geburtshilfe eingeleitet sein, denn wer garantiert uns Frauen, dass die Krankenkassen das mit den Geburtshäusern nicht auch demnächst durchziehen werden?
https://www.hebammenverband.de/aktuell/ ... ausgeburt/

Viele wütende und traurige Nachrichten erreichen uns seit gestern. Die Frauen fühlen sich um ihr Selbstbestimmungsrecht betrogen!
Wir tragen Trauer und befürchten weitere Einschränkungen, die auch massiv in den klinischen Alltag einziehen.
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Re: Schiedsspruch zugunsten der GKV-Vorgaben... und nun?

Beitragvon Fran Za » Sa 26. Sep 2015, 13:27

Und nun?
Eure Gedanken, Wünsche, Ideen, Wut, Trauer und Empörung können gerne im folgenden Thread diskutiert werden: viewtopic.php?f=68&t=518
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Re: Schiedsspruch zugunsten der GKV-Vorgaben

Beitragvon Fran Za » Mo 28. Sep 2015, 20:45

Zuletzt geändert von Fran Za am Mi 30. Sep 2015, 19:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schiedsspruch zugunsten der GKV-Vorgaben_ Interview DHV

Beitragvon Fran Za » Mi 30. Sep 2015, 03:34

Interview mit Frau Katharina Jeschke / Deutscher Hebammenverband e.V.
Warum die Hausgeburt im Gegensatz zu den Geburtshäusern vor dem Aus steht?
http://detektor.fm/wirtschaft/hausgebur ... n-seltener
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Re: Schiedsspruch zugunsten der GKV-Vorgaben_Sekt oder Selters?

Beitragvon Fran Za » Mi 7. Okt 2015, 05:06

Update unsere Petition:
https://www.change.org/p/geburt-darf-ke ... u/13589895

Sekt oder Selters? @GKV_Sprecher @groehe @spiegelonline @zeitonline @sz @bild @rtlde #SektSelters

Mother Hood
Deutschland
30. Sep. 2015 — Fast 180.000 Menschen haben unsere Petition gezeichnet. Dafür noch einmal herzlichen Dank!
Sicherlich habt ihr in den vergangenen Tagen mitbekommen, dass Bewegung in die Sache gekommen ist. Die Schiedsstelle hat zwischen den Hebammen und Krankenkassen vermittelt. Naturgemäß sind nicht alle gleichermaßen mit diesem verbindlichen Schiedsspruch zufrieden. Abschließend liegt er auch noch nicht schriftlich vor.
Wir, Hanno, Julia und Christina, vom Petententeam sind uns nun aber nicht sicher: War unsere Petition ein voller Erfolg? Oder sollen Hausgeburten tatsächlich demnächst zur Privatleistung werden?
Liest man hierzu die aktuelle Pressemitteilung des Hebammenverbandes, ist die Sache klar. Denn dort steht:

„Die Regelungen der Schiedsstelle bedeuten, dass ohne ärztliche Zustimmung zur Hausgeburt bei sogenannten relativen Ausschlusskriterien sowie immer bei absoluten Ausschlusskriterien eine Hebamme, die eine Hausgeburt durchführt, gegen den Vertrag mit den gesetzlichen Krankenkassen verstößt. In der Folge kann sie vom Vertrag ausgeschlossen werden. Gesetzlich versicherte Frauen erhalten damit in diesen Fällen keine Hebammenbetreuung auf Kosten der Krankenkasse.

(https://www.hebammenverband.de/aktuell/ ... ausgeburt/)

Also: Selters?

Anders formuliert es der „Gegenspieler“ GKV-Spitzenverband. Dort steht:

„Analog zu den Qualitätskriterien in Geburtshäusern gelten ab sofort grundsätzlich dieselben Kriterien auch für Hausgeburten. Dabei wird unterschieden in absolute und in relative Kriterien: ...
...Unklarer Geburtstermin, Verdacht auf Übertragung. Hier muss erst ab dem 3. Tag nach der 40. Schwangerschaftswoche zusätzlich eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Bei geplanten Geburtshausgeburten ist dies bereits ab dem 1. Tag des Überschreitens verpflichtend“.

(https://www.gkv-spitzenverband.de/press ... 298240.jsp)

Dort ist mit keinem Wort mehr die Rede von einem Ausschluss der Kostenübernahme, wenn sich die Frauen gegen die ärztliche Untersuchung stellen. Im Gegenteil: Die Qualitätskriterien, die für Geburtshäuser gelten und nun analog übernommen werden sollen, kennen derlei Regelungen nicht.

Sie berücksichtigen außerdem die Wünsche der Frauen und halten fest, dass die Ausschlusskriterien – egal ob absolut oder relativ – nicht evidenzbasiert sind.

Nachzulesen hier unter Paragraph 9.

(https://www.gkv-spitzenverband.de/media ... trages.pdf)

Die Wünsche der Versicherten sind bei der Entscheidungsfindung einzubeziehen sowie die Patientenrechte zu wahren. [...] Qualität wird in erster Linie durch die Betreuungsformen und -inhalte bestimmt, sie kann nicht allein durch Ausschlusskriterien garantiert werden. Der folgende Kriterienkatalog gibt eine Orientierungshilfe in Richtung auf ein Versorgungskonzept...“

Nirgends mehr ein Hinweis darauf, dass Hausgeburten künftig zur IGeL-Leistung (Privatleistung) werden könnten. Nirgends ein Hinweis darauf, dass die Frauen die Untersuchungen ab ET+3 nicht schadlos ablehnen können.

Also doch? Sekt?

Zwei völlig verschiedene Wahrnehmungen. Welche ist wahr? Haben wir uns, dank eurer großen Unterstützung, durchsetzen können? Was meint ihr?

Twittert uns unter dem Hashtag #SektSelters, an welches Ergebnis Ihr glaubt!
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Re: Schiedsspruch zugunsten der GKV-Vorgaben_PM Mother Hood

Beitragvon Fran Za » Mi 2. Dez 2015, 19:39

Mother Hood Pressemeldung zum Schiedsspruch:
Die weiterhin unsichere finanzielle Lage der Hebammen hat Folgen für die Versorgung von Familien.
Für werdende Eltern ist derzeit nicht ersichtlich, welche Konsequenzen die relativen Ausschlusskriterien für ihre konkreten Einzelfälle haben.
http://www.mother-hood.de/ueber-uns/pre ... arnen.html

Eltern warnen: Hebammenversorgung durch Schiedsspruch zwischen Krankenkassen und Hebammenverbänden nicht gesichert

Neue Ausschlusskriterien für Hausgeburten sorgen außerdem für Unklarheiten in der Geburtshilfe


Bonn, 27. November 2015. Aus Sicht der Eltern wird der Schiedsspruch vom 12. November 2015, der den Streit zwischen den Hebammenverbänden und dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) beenden sollte, die Probleme in der Hebammenversorgung nicht beheben. Bei Mother Hood e.V., der Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und 1. Lebensjahr, gehen nach wie vor Hilfegesuche von schwangeren Frauen ein, die keine Hebamme für Vorsorge, klinische oder außerklinische Geburt und Wochenbettbetreuung finden.

Unsichere finanzielle Lage der Hebammen hat Folgen für die Versorgung von Familien

Der mit dem Schiedsspruch eingeführte Sicherstellungszuschlag der Krankenkassen soll die teuren Haftpflichtprämien der freiberuflich in der Geburtshilfe tätigen Hebammen ausgleichen. Auch wenn bis zu zwei Drittel der über 6.200 Euro teuren Versicherung erstattet werden, bleibt die Vergütung der Hebammenleistungen weiterhin niedrig. Der Hebammenverband gab außerdem bekannt, dass die Haftpflicht im Juli 2016 um weitere neun Prozent auf gut 6.800 Euro, ab Juli 2017 sogar auf über 7.600 Euro ansteigen soll.

„Vor diesen Hintergründen rechnen wir nicht damit, dass freiberufliche Hebammen, die bereits aufgehört haben, in ihren Beruf zurückkehren“, sagt Eva Abert, Vorständin von Mother Hood e. V., „Vielmehr geht der Trend dahin, dass weitere Hebammen die Geburtshilfe aufgeben.“

Die vom GKV-SV vorgeschlagene Übernahme der Wochenbettbetreuung durch in Kliniken angestellte Hebammen kann die fehlenden freiberuflichen Hebammen nicht ersetzen. Denn auch Klinikhebammen haben mit sich verschlechternden Arbeitsbedingungen und Unterbesetzung in den Geburtshilfeabteilungen zu kämpfen.

Hausgeburten: Neue Regeln verpflichten Mütter zu Arztbesuch

Mit dem Schiedsspruch wurden außerdem neue Ausschlusskriterien für Hausgeburten gültig. Als sogenanntes relatives Ausschlusskriterium gilt unter anderem die Überschreitung des errechneten Geburtstermins um drei Tage (ET+3). Die neue und umstrittene Regel sieht an ET+3 einen verpflichtenden Arztbesuch der schwangeren Frau vor, obgleich wissenschaftlich nicht belegt ist, dass die Überschreitung des ET ein Risiko darstellt. Im Gegenteil gilt, dass Schwangerschaften bis zu 42 Wochen (ET+14) dauern können.

Für werdende Eltern ist derzeit nicht ersichtlich, welche Konsequenzen die relativen Ausschlusskriterien für ihre konkreten Einzelfälle haben. „Bei uns melden sich viele verunsicherte Schwangere, die eine verpflichtende Untersuchung an ET+3 ablehnen, teilweise weil sie Angst haben, der Facharzt in der Praxis oder in der Klinik könnte sich trotz unauffälligem Befund gegen eine Hausgeburt aussprechen und ein Risiko im Mutterpass vermerken.“, berichtet Abert. „Es ist bekannt, dass viele Fachärzte der außerklinischen Geburtshilfe skeptisch gegenüberstehen, obwohl Studien sie als sicher ausweisen“.

Eine Schwangere darf sich laut Aussage des GKV-SV zwar trotz Vorliegen eines relativen Ausschlusskriteriums zu einer Hausgeburt entscheiden, die auch von der Krankenkasse bezahlt wird. Es ist aber unklar, welche langfristigen Folgen die Entscheidung der Frau hat, sollte es bei der Geburt zu einem Schaden kommen. Denkbar wäre, dass Gerichte auch die relativen Ausschlusskriterien in ihrer Urteilsfindung berücksichtigen. Wenn ein relatives Ausschlusskriterium vorliegt, könnten daher viele Hebammen davor zurückschrecken, die Hausgeburt zu begleiten.

Die Hebammenverbände und der GKV-SV haben eine Studie in Auftrag gegeben, die bis Ende 2016 die Ausschlusskriterien wissenschaftlich überprüfen soll. Abert gibt jedoch zu bedenken: „Bis zum Vorliegen der Ergebnisse werden noch mehr Hebammen ihren Beruf an den Nagel gehängt haben“.

Der seit März 2015 bestehende Verein „Mother Hood – Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und 1. Lebensjahr“ setzt sich für eine sichere, evidenzbasierte und selbstbestimmte Versorgung von Mutter und Kind vor, während und nach der Geburt ein. Die Vereinsmitglieder engagieren sich bundesweit und machen mit zahlreichen Aktionen auf die größer werdenden Missstände in der geburtshilflichen Versorgung aufmerksam.

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Anna Sophie Pietsch
Katharina Desery
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mother Hood e.V
Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind
während Schwangerschaft, Geburt und 1. Lebensjahr
Telefon: 0163 7274735
E-Mail: presse@mother-hood.de
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Re: Schiedsspruch zugunsten der GKV-Vorgaben_ "Klagt, ihr Weiber!"

Beitragvon Fran Za » Mi 2. Dez 2015, 19:40

"Empört Euch!" ruft Journalistin Michaela Skott nicht zu Unrecht aus:

http://www.huffingtonpost.de/michaela-s ... 81612.html
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